Einschulungsgeschenk, das bleibt: Ein eigenes Buch zum ersten Schultag

Kind mit Schultüte vor einem Schulgebäude

Der Tag, an dem zu viele Geschenke ankommen

Wer schon mal eine Einschulung mitbekommen hat, kennt das Phänomen. Patentante, Großeltern beidseitig, Nachbarn, Freunde der Eltern – alle wollen etwas schenken, und alle landen mit ähnlichen Ideen: Etwas zum Anziehen, etwas zum Schreiben, Süßigkeiten in die Tüte. Am Abend liegt das Zimmer voller Dinge, von denen das Kind die Hälfte sechs Wochen später schon nicht mehr findet.

Das eine Geschenk, das die meisten Erwachsenen noch aus ihrer eigenen Einschulung erinnern, ist ein Buch. Meistens nicht, weil es ein besonders gutes Buch war – sondern weil jemand reingeschrieben hat. Eine Widmung. Ein Datum. Ein Satz.

Warum gerade die Einschulung

Die Einschulung ist in der deutschen Familienkultur einer der wenigen Übergänge, die noch ritualisiert sind. Schultüte, Foto vor der Schule, große Familie am Tisch. Entwicklungspsychologisch ist genau das wertvoll: Übergänge brauchen Markierungen, sonst werden sie nicht als Übergänge erlebt. Erik Erikson hat das in den 1950ern als Identitätsarbeit beschrieben, und im Kern stimmt es bis heute.

Ein Buch, das genau auf diesen Tag zugeschnitten ist – mit dem Namen des Kindes, dem Datum, der Schule, vielleicht der besten Freundin –, macht aus dem Übergang etwas Materielles. Es ist später überprüfbar.

Was ein Einschulungsbuch leisten kann

Wir haben in den letzten zwei Jahren gesehen, was Familien daraus machen. Drei wiederkehrende Muster:

Als Ausblick. Das Buch erzählt eine Geschichte über das, was kommt – erster Schulweg, Klassenzimmer, neue Freunde. Es nimmt die Aufregung weg, weil die Situation schon einmal durchgespielt ist.

Als Zeitkapsel. Das Buch hält den Stand fest. Größe, Lieblingstier, beste Freundin. Mit 16 ist das ein Schatz. Mit 30 hängt man darüber und weint kurz.

Als Vorlesebrücke. Manche Kinder, die mit der Einschulung anfangen sollten, eigenständig zu lesen, halten am Vorlesen viel länger fest, wenn sie ein Buch haben, das ihnen wirklich gehört. Das ist gut so – die Forschung (Bus, van IJzendoorn, 1995) zeigt, dass gemeinsames Lesen den Übergang zum eigenständigen Lesen erleichtert, nicht behindert.

Was die Schultüte nicht kann

Das ist keine Kritik an der Schultüte. Die Schultüte ist ein wunderbares Ritual und gehört dazu. Aber sie ist per Definition Verbrauchsmaterial. Was darin steckt, ist nach einer Woche weg.

Ein Buch ist das einzige Geschenk auf einer Einschulungstafel, das nicht verbraucht wird, nicht aus der Mode kommt, nicht zu klein wird. Es kann nur verloren gehen – und das ist statistisch selten.

Worauf achten

Wenn das Buch bleiben soll, hilft ein bisschen Sorgfalt:

  • Hardcover, nicht broschiert. Ein Buch, das halten soll, braucht einen festen Einband.
  • Eine ehrliche Widmung. Lieber zwei handgeschriebene Sätze als ein vorgedrucktes „Alles Liebe".
  • Das Datum drauf. In 20 Jahren wird das wichtiger sein als der Inhalt.
  • Wenig Bling. Kein Glitzer, der nach drei Jahren abbröselt. Kein Buch, das in fünf Jahren peinlich wird.

Ein Hinweis in eigener Sache

Unsere Hardcover-Bilderbücher mit dem Kind als Hauptfigur kosten zwischen 25 und 35 Euro. Das ist im Rahmen dessen, was Patentanten ohnehin ausgeben. Unterschied: Das Buch existiert in genau einem Exemplar. Wenn das die Idee ist, die du suchst – die Werkstatt steht offen.

Quellen

  • Bus, A.G., van IJzendoorn, M.H.: Mothers reading to their 3-year-olds: The role of mother-child attachment, Child Development 1995
  • Erikson, E.: Childhood and Society, Norton 1950