Geschenk zur Geburt: Warum ein personalisiertes Bilderbuch mehr ist als ein Mitbringsel

Schlafendes Neugeborenes mit verpacktem Buch daneben

Das übliche Dilemma

Wer ein Geburtsgeschenk sucht, das nicht generisch wirkt, hat genau zwei Probleme. Erstens: Eltern haben in den ersten Wochen schon zu viel von allem. Strampler in drei Größen, Schnuller, Spieluhren, Decken. Zweitens: Was das Baby selber davon wahrnimmt, ist in den ersten Monaten überschaubar.

Die ehrliche Frage lautet also nicht „Was schenke ich dem Baby?", sondern „Was schenke ich der Familie, das in fünf Jahren noch da ist?". Und genau da wird die Liste sehr kurz.

Was ein personalisiertes Buch in diesem Moment leistet

In den ersten Monaten ist das Buch nicht für das Baby. Es ist für die Eltern und Großeltern. Es liegt sichtbar im Regal. Es zeigt, dass jemand sich vorbereitet hat. Das ist sein erster Job.

Ab sechs Monaten ändert sich das. Babys reagieren ab dem zweiten Lebenshalbjahr nachweislich auf Bilderbücher – nicht auf die Geschichte, aber auf Kontraste, Gesichter und Stimmen (Karmiloff-Smith, 1992). Wenn dann die Mutter dem Baby aus einem Buch vorliest, in dem der Name des Kindes vorkommt, ist das eine andere Vorlesesituation als bei einem Buch von der Stange.

Ab dem ersten Geburtstag, also genau in der Phase, in der die Eltern erschöpft sind und niemand mehr Geschenke schickt, wird das Buch zum Werkzeug. Und es wird es bleiben, bis das Kind fünf, sechs Jahre alt ist.

Drei Typen von Geburtsgeschenken – und was bleibt

Man kann es nüchtern aufstellen:

  • Praktisches (Pflegeprodukte, Kleidung, Decken). Lebenszyklus: Wochen bis Monate. Bleibt: nichts.
  • Symbolisches (Schmuck, Sparkonto, Spieluhr). Lebenszyklus: Jahre. Bleibt: oft das Stück, manchmal die Geschichte dazu.
  • Erzähltes (Buch mit Widmung, Erinnerungsbuch, Foto-Album). Lebenszyklus: Jahrzehnte. Bleibt: alles.

Die Kategorie, in der ein personalisiertes Buch sitzt, ist die mit der höchsten Halbwertszeit pro investierten Euro. Das ist keine Marketing-Aussage, das ist einfach Mathematik.

Was in das Buch hineingehört

Uns wird oft die Frage gestellt: Was schreibe ich rein, wenn das Kind erst zwei Tage alt ist? Wir empfehlen drei Dinge:

  1. Den vollständigen Namen. Auch die zweiten Vornamen. Die werden später wichtig.
  2. Das Geburtsdatum und den Ort. Klingt selbstverständlich, fehlt aber bei den meisten Geschenken.
  3. Einen Satz von der Schenkerin oder dem Schenker. Nicht „Alles Liebe", sondern etwas, das nur diese Person sagen würde. Großmutter darf ruhig schreiben „Du wirst so viel von deiner Mama haben". Das ist später Gold wert.

Wann eher nicht

Ehrlich: Wenn die Eltern noch in der Schwangerschaft sind und man schon ein Buch verschenken will, ist die personalisierte Variante manchmal nicht ideal. Falls Name oder Familiensituation sich ändern, ist das Buch hinfällig. Wir empfehlen in dem Fall, mit der Bestellung zu warten, bis das Kind tatsächlich da ist und der Name feststeht.

Alles andere ist eine sehr robuste Geschenkidee – auch für Menschen, die sonst nicht so leicht ein passendes Geburtsgeschenk finden.

Quellen

  • Karmiloff-Smith, A.: Beyond Modularity, MIT Press 1992
  • Niklas, F., Schneider, W.: Home Literacy Environment and the beginning of reading and spelling, Contemporary Educational Psychology 2013